Am Runden Tisch Kostendämpfung 2026 unter Leitung von Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider haben die Akteure des Gesundheitswesens sechs Massnahmen für eine wirtschaftlichere Versorgung verabschiedet. prio.swiss hat deren Erarbeitung in der Expertengruppe aktiv mitgestaltet und übernimmt bei praktisch allen Massnahmen Aufgaben in der Umsetzung. Besonders wichtig sind mehr Preistransparenz bei Medizinprodukten, eine gezielte Förderung ambulanter Behandlungen und die bessere Begleitung chronisch kranker Menschen. Für die Krankenversicherer ist entscheidend, dass die vereinbarten Schritte nun auch Wirkung entfalten und alle beteiligten Akteure ihren Beitrag leisten.
Die steigenden Gesundheitskosten und Prämien belasten die Bevölkerung. prio.swiss setzt sich für eine qualitativ hochstehende und langfristig bezahlbare Grundversicherung ein. Dazu müssen alle Akteure vorhandene Möglichkeiten zur Kostendämpfung nutzen, Fehlanreize beseitigen und beschlossene Verbesserungen umsetzen. Die Krankenversicherer bringen ihre Erfahrung aus Tarifpartnerschaft, Versorgungsentwicklung und Rechnungskontrolle in die gemeinsamen Arbeiten ein.
«Die Prämienentwicklung zeigt, dass wir alle Hebel zur Kostendämpfung konsequent nutzen müssen. Die Krankenversicherer haben die Massnahmen am diesjährigen Runden Tisch ein weiteres Mal aktiv mitgestaltet und übernehmen ihren Teil der Verantwortung. Entscheidend ist nun, dass alle Beteiligten ihre Zusagen in konkrete Verbesserungen umsetzen. Daran müssen wir uns im Interesse der Versicherten messen lassen», sagt Felix Gutzwiller, Präsident von prio.swiss.
Medizinprodukte: Preise vergleichbar machen
Bei identischen Medizinprodukten, etwa Prothesen oder Herzkathetern, bestehen heute teilweise erhebliche Preisunterschiede, die seitens der Leistungserbringer den Krankenversicherern verrechnet werden und vergütet werden müssen. Auf der Rechnung ist oft nicht eindeutig erkennbar, welches Produkt eingesetzt wurde. Das erschwert die Prüfung der Wirtschaftlichkeit. Künftig sollen die Leistungserbringer bei separat abgerechneten Medizinprodukten die eindeutige Produktkennung (UDI-DI) auf der elektronischen Rechnung angeben. Leistungserbringer und Krankenversicherer schaffen dazu die technischen Voraussetzungen; die Hersteller sind aufgefordert, die nötigen Produktangaben bereitzustellen. So können die Versicherer Preise gezielt vergleichen und unnötige Ausgaben besser erkennen und den Leistungserbringern mitteilen.
Bessere Versorgung und sachgerechte Tarifanreize
Die Krankenversicherer wollen mit medizinischen Fachgesellschaften und Patientenorganisationen die koordinierte Versorgung chronisch kranker Menschen voranbringen. Artikel 56a KVG ermöglicht es ihnen, Versicherte gezielt über geeignete Versorgungsprogramme und sichere Behandlungen zu Hause zu informieren. Über die medizinische Behandlung entscheiden weiterhin die behandelnden Fachpersonen und die Betroffenen.
Auch die Verlagerung medizinisch geeigneter Eingriffe in den ambulanten Bereich bietet Potenzial. Die Tarifpartner sollen über die Tariforganisationen OAAT AG und SwissDRG AG konkrete Lösungen prüfen. Für prio.swiss ist dabei zentral, dass allfällige Anpassungen der ambulanten Vergütung mit den stationären Tarifstrukturen und Tarifen abgestimmt werden, um die korrekten Anreize für eine stärkere Ambulantisierung zu setzen. Ambulantisierung muss die Kosten für das Gesamtsystem senken.
Alle Akteure sind bei der Umsetzung gefordert
Weitere Massnahmen betreffen die Entlastung der Spitalnotfallstationen und die effizientere Medikamentenversorgung in Alters- und Pflegeheimen. Damit diese Vorhaben Wirkung erzielen, braucht es die Zusammenarbeit von Leistungserbringern, Kantonen, Krankenversicherern und weiteren Partnern. Neue Prozesse müssen praktikabel sein und dürfen die Verwaltungskosten nicht unnötig erhöhen. Für prio.swiss bleibt die Kostendämpfung eine Daueraufgabe: Auch bereits die am Runden Tisch 2025 vereinbarten Massnahmen müssen umgesetzt und ihre Wirkung überprüft werden.
Weiterführende Informationen
Runder Tisch Kostendämpfung – Unterlagen des Bundesamts für Gesundheit: www.bag.admin.ch/de/runder-tisch-kostendaempfung
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